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Nach über 40 Vorträgen, die sich dem Begriff »curiositas« aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Sprachen angenähert haben, ist die 43. Kölner Mediaevistentagung nach fünf vollen Konferenztagen am 9. September 2022 zu Ende gegangen. Um einen echten interdisziplinären Austausch zu ermöglichen, wurde das Programm nicht in parallele Sektionen aufgeteilt, sondern alle konnten alle Vorträgen folgen. Neben den über 170 angemeldeten Teilnehmer*innen in Präsenz, wurde dieses Jahr zum ersten Mal auch eine hybride Teilnahme über zoom ermöglicht, eine Möglichkeit, die auch einige Vortragende, die spontan nicht anreisen konnten, in Anspruch nahmen. Und darüberhinaus weitere 170 Teilnehmer*innen, die sich für das online Portal angemeldet haben – auch wenn es hier Überschneidungen gab: so bot sich erstmalig die Gelegenheit je nach Tag und Uhrzeit beide Formate flexibel in Anspruch zu nehmen.

Vollständig im präsentischen Miteinander fanden hingegen die Führung im Museum Schnütgen mit anschließendem gemeinsamen Beieinander "Bei d'r Tant" mit Speis und Getränk statt, was neben den beiden hervorragenden Abendvorträgen von Steffen Patzold und David d'Avray, die Tagung vervollständigte. Gleichsam als Tagung in der Tagung legten im Rahmen des EGSAMP Kolloquiums die Nachwuchswissenschaftler*innen bereits am Montag thematisch vor, bevor die KMT am Dienstag offiziell eröffnet wurde.

Nicht nur auf dem tagungseigenen Büchertisch fiel die Veröffentlichung der neuesten Ausgabe der Miscellanea Mediaevalia unter dem Titel »Curiositas« mit der Eröffnung zusammen. Eine Tradition, die wir in zwei Jahren fortsetzen wollen, wenn dann die reichhaltigen Vorträge diesen Jahres den Sprung von der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit nehmen – und wir Sie zur nächsten Kölner Mediaevistentagung begrüßen.

Die 43. Kölner Mediaevistentagung zum Thema »consensus« unternimmt den Versuch einer Begriffsarchäologie in historischer und systematischer Absicht, die einem auch aus heutiger Sicht wichtigen Begriff sowie den durch ihn bezeichneten Gegenstandsbereichen gilt. Ein Konsens beruht auf einer in vernünftiger Rede konstituierten Gemeinsamkeit. Ein Konsens muss daher gewollt sein. In diesem Sinne wird ein Konsens von den an der Konsensfindung Beteiligten hervorgebracht; er wird ausgehandelt.


The 43rd Kölner Mediaevistentagung aims at a terminological archaeology from a historical and systematic viewpoint, which is focused on the concept itself as well as its multifarious subject area. The center of attention is a concept that is in great demand in contemporary debates of decision theory and economic theory, pragmatism and discourse ethics, political theory and contract law. It is the concept of consensus, whose terminological origin dates back to way before the officialese of the 15 th century. Rather, it reaches back to Roman Antiquity.


La 43e rencontre des médiévistes à Cologne (Kölner Mediaevistentagung) voudrait tenter une archéologie conceptuelle élaborée avec une visée historique et systématique, s’appliquant à la fois à un concept et aux domaines auxquels il s’étend. Elle sera focalisée sur un concept; du point de vue de la théorie de la décision et de la théorie des sciences, du pragmatisme et de l’éthique du discours, de la théorie politique et du droit des contrats, ce concept connaît un essor considérable dans les débats actuels. Il s’agit du concept de consensus, dont l’origine en tant que terme remonte bien au-delà de la langue des chancelleries du XVe siècle, puisque son usage est bien attesté dans l’antiquité romaine.